
Veranstaltungsprogramm
04.02.2012, 20Uhr, Oostende/Stadtteilhaus Äußere Neustadt
„verANTWORTung“, Ausstellungseröffnung, Fotografien von Peter Zimolong
Jeder ist verantwortlich für die Worte, die er/sieschöpft oder gebraucht – wie er/sie diese aufnimmt, verwendet bzw. weitergibt – wie er/sie mit eigenen Vorstellungen verknüpft und bewertet. Die Ausstellung zeigt Graffitis anonymer Autoren ausverschiedenen deutschen Städten, – Worte, Sprüche, Zeichen an Häuserfassaden im öffentlichen Raum, die teilweise stilistisch weiterverarbeitet worden sind. – Gedacht als Denkanregungen, stumme Rufe oder Kommentare, erfahren sie im Rahmen und im Zusammenspiel der Ausstellung einen neuen Kontext.
04.02.2012, 18-20Uhr, Stadtteilhaus Äußere Neustadt
„Ich werde bewohnt – Die Bunte Republik Neustadt 1990-1993“, Sonderausstellung BRN-Museum
Die Äußere Neustadt, plötzlich mit D-Mark und Marktwirtschaft: Ist sie bald am Ende? Es bröckelt allerorten. Überfälle auf Häuser und Kneipenerschrecken die Dresdner. Die „Altbesitzer“ kommen. Zitate wie „Was 40 Jahre überstand, wird nun zerstört von Wessihand“, „Kein Abriß“ oder „Ich werde bewohnt!“ prangen an den Wänden. Nach und nach aber wächst aus frischen Freiheiten und in alten Gemäuern etwas Neues, dessen Geist in dieser Ausstellung noch zu spüren ist. Das BRN-Museum hat 2010 einen festen Standort im Stadtteilhaus Dresden Äußere Neustadt gefunden. Mitwechselnden Ausstellungen stellt es Aspekte des all-jährlichen Stadtteilfestes und der Geschichte desgesamten Viertels vor und bewahrt so ein Stück Dresdner Stadtteilkultur.
05.02.2012, 11-17Uhr, Stadtteilhaus Äußere Neustadt
„Ich werde bewohnt – Die Bunte Republik Neustadt 1990-1993“, Sonderausstellung BRN-Museum
05.02.2012, 11Uhr, Staatsschauspiel Dresden, Schauspielhaus
Dresdner Rede – Frank Richter: „Demokratisch für die Demokratie streiten. Der 13. Februar in Dresden“, Vortrag
Der Theologe Frank Richter ist seit 2009 Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung. Er engagierte sich in der DDR-Bürgerrechtsbewegung und gehört 1989 zu den Gründern der „Gruppe der20“ in Dresden, wofür er 1991, stellvertretend für die friedlichen Demonstranten, den Europäischen Menschenrechtspreis entgegennahm. Seit 2011 ist er Moderator der 2009 von Oberbürgermeisterin Helma Orosz berufenen „Arbeitsgruppe 13. Februar“, die zu Versöhnung, Toleranz und offenem Diskurs aufruft.
07.02.2012, 19Uhr, Treberhilfe, Kontaktladen Harthaer Str. 10, Dresden Gorbitz
„Streetwork Gorbiz: Ein demokratiestärkender Gesellschaftsbeitrag - /Kürzungen in der Jugendsozialarbeit und ihre rechten Folgen“, Podiumsdiskussion
Gewaltbereitschaft bei Fußballspielen, Vandalismus, exzessives Trinken in der Öffentlichkeit und „rechts“-motivierte Anschläge nehmen zu.
Sind dies Folgen der immer schlechter werdenden finanziellen Ausstattung der Sozialarbeit?
Dass Jugendsozialarbeit demokratisches Denken fördert, ist mehrfach erwiesen – die Gelder dafür sind in Dresden in den letzten Jahren dennoch kontinuierlich gesunken. Welche Folgen hat das für einen Stadtteil wie Gorbitz? Werden Jugendliche im Sozialraum auffälliger? Werden sie anfälliger für rechtes Denken, ausgrenzendes oder gewaltbereites Handeln? Werden Zugänge zu demokratiealternativen Angeboten, wie zur rechten Szene, erleichtert? Verlieren demokratische Institutionen an Vertrauen? Welche Visionen und Perspektiven werden für junge Menschen angeboten?
Der Dresdner Sozialbürgermeister Martin Seidel (parteilos) stellt sich den Fragen zu den Folgen der Kürzungen in der Jugendsozialarbeit im Stadtteil Gorbitz. Stephan Passow vom Treberhilfe e.V., seit Jahren vor Ort aktiv, und die Landtagsabgeordnete Dr. Eva-Maria Stange (SPD) benennen die aus ihrer Sicht damit verbundenen Probleme. Jugendliche kommen zu Wort und erklären, inwieweit rechte Parolen und rechte Gedanken mittlerweile Alltag im Stadtteil sind.
08.02.2012, 19Uhr, Städtische Bibliotheken, Bibliothek Strehlen
„Schwarzer Herbst“, Roman von Andreas H. Apelt, Lesung
Was geschieht mit den zu DDR-Zeiten umgesiedelten Bewohnern eines Dorfes in der Niederlausitz, das dem Braunkohletagebau weichen muss? Das Dorf Presenchen lebt zwar im Dorf Drehna weiter, das Schicksal der Bewohner ist jedoch nach wie vor mit dem des untergangenen Ortes verbunden. Die zerstörte Landschaft bewirkt ein zerstörtes Zuhause, gegen das man sich nur wehren kann, wenn man sich gegen die Ohnmacht wie gegen das Vergessen wehrt.
08.02.2012, 20:15, Die Bühne – Theater der TU
„Johanna“, Theaterstück
Johanna, ein Mädchen mit Zivilcourage, folgt ihrer eigenen Überzeugung und kämpft gegen Willkür einer Gesellschaft, in der die Ausübung des Rechts längst gegen Rechtsbeugung getauscht wurde. Freiheitskämpferin oder Terroristin, Feministin, Fundamentalistin, Verrückte oder Heilige. Wer weiß das schon. Unter der Regie von Jan Schrewe und mit einem Text von Hannah Stoffer erzählt das siebenköpfige Ensemble die letzten Tage der Jungfrau von Orleans.
09.02.2012, 19:30Uhr, Herbert-Wehner-Bildungswerk
„Wenn Rechte linke Lieder klauen“, Vortrag mit Tonmaterial
Rechtsradikale Musik und der Missbrauch von linken und pazifistischen Liedern
Wenn rechte linke Lieder klauen, dann erzählt ein jüdischer Dichter plötzlich nicht mehr von Flucht und Leiden, sondern beklagt die geschundene deutsche Nation. Wenn rechte linke Lieder klaue, werden ausantifaschistischen Kinderliedern im Handumdrehen harmlose Balladen. Die Veranstaltung zeigt anhand von Tondokumenten, wie rechtsradikale Musiker sich linker Lieder bedienen, sie in einen neuen Kontext stellen und so für ihre Zwecke missbrauchen. Ein Abend zum Hören, Staunen und Diskutieren mit dem Referenten Martin Busche (Journalist).
09.02.2012, 19:30Uhr, Staatsschauspiel Dresden, Kleines Haus
„Andorra“, Theaterstück der Bürgerbühne
Mit dem Satz „In Andorra lebte ein junger Mann, den man für einen Juden hielt“, beginnt Frischs berühmte Parabel. Ihr Held Andri erlebt tagtäglich (falsche) Vorstellungen von seiner Person und seinem Wesen und wird diesen schließlich ähnlich. Dann marschieren „Die Schwarzen“ im Land ein ... „Andorra“ ist ein Lehrstück über Vorurteile und fehlgeleitete Wahrnehmungen, die die Wirklichkeit erst herstellen, von der sie sich ein Bild machen. 18 Dresdner Bürgerinnen und Bürger bringen „Andorra“ hier und heute auf die Bühne.
10.02.2012, 20:15, Die Bühne – Theater der TU
„Johanna“, Theaterstück
10.02.2012, 18-20, Stadtteilhaus Äußere Neustadt
„Ich werde bewohnt – Die Bunte Republik Neustadt 1990-1993“, Sonderausstellung BRN-Museum
10.02.2012, 20Uhr, Theater Wanne im Stadtteilhaus Äußere Neustadt
„Dresdner Götterdämmerung“, Lesung
Sven Bernitt von der Buchhandlung „LeseLust“ liest Impressionen, Gedichte und Zeitzeugenberichte aus der Geschichte Dresdens von der Zeit der bürgerlichen Revolution im Jahr 1849 bis 2002. Es sind Texte von Victor Klemperer und Erich Kästner zu hören, sowie von Karl Gjellerup, Volker Braun, Ludwig Renn, Otto Griebel und anderen Autoren, die auf die eine oderandere Weise mit der Stadt und ihrer bewegten Historie verbunden sind. Die Lesung wird musikalisch begleitet von Gabriel Krappmann (Viola).
11.02.2012, 20:15, Die Bühne – Theater der TU
„Johanna“, Theaterstück
11.02.2012, 12:30Uhr, Herbert-Wehner-Bildungswerk/Brücke-Most-Stiftung
„Die Bombardierung war meine Rettung – Stätten der Zwangsarbeit“
Rundgang und Zeitzeugengespräch
Etwa acht bis neun Millionen Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge arbeiteten für die Wirtschaft des Deutschen Reichs. So auch in Dresden, wo die lokale Situation noch immer erstaunlich wenig erforscht ist. Auf einem Stadtrundgang sollen Stätten der Zwangsarbeit besucht und Erinnerungswege nach-gegangen werden. Im Anschluss an den Rundgangberichtet Michal Salomonovic, der als 12-jährigerZwangsarbeiter die Bombenangriffe des 13. Februar1945 miterlebte, von seinen persönlichen Erfahrungen.
12.02.2012, 11Uhr, Staatsschauspiel Dresden, Schauspielhaus
Dresdner Rede – Gerhart Baum: „Der Schutz der Menschenwürde. Eine Herausforderung an Staat und Gesellschaft“, Vortrag
Der Rechtsanwalt und ehemalige Innenminister Gerhart Baum tritt weltweit für die Stärkung und Sicherung der Menschen- und Freiheitsrechte ein, wofür er mehrfachausgezeichnet wurde, u. a. mit dem Theodor-Heuss-Preis. In seiner Tätigkeit als Jurist leitete der gebürtige Dresdner die Ermittlung bei der Datenschutzaffäre der Deutschen Bahn und legte Verfassungsbeschwerdegegen das Vorratsdatenspeicherungsgesetz ein. Zudem ist er Mitglied in verschiedenen kulturellen Gremien und Vorsitzender des Kulturrats NRW.
12.02.2012, 19Uhr, Staatsschauspiel Dresden, Kleines Haus
„Die Zärtlichkeit der Russen“, Theaterstück mit Dresdner Bürgern
Über ein Jahr lang führte Autorin Dagrun Hintze Interviews mit den Bewohnern eines Pflegeheims, in denen sich diese an die Zeit um 1945erinnern. Doch Erinnerungslücken, Schuldgefühle und Traumata machen es schwer, Ordnung in die eigene Geschichte zu bringen. Entstanden ist ein einzigartiges Dokument über Krieg, Leben und Altern, das dennoch einen zärtlichen und zuweilen humorvollen Blick auf die Erzählenden wirft. Sandra Strunz inszenierte die Geschichten mit Dresdner Bürgern im Alter von 62 bis 78 Jahren, deren Jugend ebenfalls vom Zweiten Weltkrieg geprägt ist. „Selten war Theater so authentisch“, urteilte Bild über die Aufführung.
13.02.2012, 15Uhr, JohannStadthalle
„Demokratieworkshop für Kinder und Jugendliche“
Im Rahmen des Winterspielplatzes (Jonglieren und Balancieren für Jedermann) findet ein spielerischer Demokratieworkshop für Kinder und Jugendliche statt. Unter fachkundiger Anleitung kleine und große Kunststücke erlernen und spielerisch den Begriff der Demokratie entdecken. Mit der Zirkusartistin Susanne Uhlig und der Musik- und Theaterpädagogin Eva Gödan.
14.02.2012, 20Uhr, Staatsschauspiel Dresden, Schauspielhaus
„Ich will Zeugnis ablegen“, Bustour Viktor Klemperer
Eng ist der Lebensweg des Romanisten Victor Klemperer mit dem Schicksal Dresdens verknüpft.1920 als Professor an die hiesige Universität berufen, erlebte er Glanz und Elend der Stadt und erfuhr als Jude die unerträgliche Demütigung der Ghettoisierung in Physis und Psyche. In seinen Tagebüchern sammelteer diese Erfahrungen – eine literarische Busfahrt führt heute an Orte und Schauplätze, die mit dem Leben Klemperers verbunden sind. Es ist eine Reise in eine versunkene Stadt. Es liest: Hanns-Jörn Weber, Künstlerische Leitung: Stephan Reher, Dramaturgie: Beate Seidel.
15.02.2012, 19Uhr, Stadtmuseum Dresden
„Braune Karrieren. Dresden und seine Täter im Nationalsozialismus“, Podiumsgespräch
Zusammen mit weiteren Gästen diskutieren die Autoren des Buches sowie der Schriftsteller Marcel Beyer über die Rolle Dresdens im „Dritten Reich“ und lenken den Blick von der „Stadt der Opfer“ auf die Bedeutung Dresdens als wichtige Gauhauptstadt, in der zahlreiche Akteure eines verbrecherischen Regimes „ihre Arbeit verrichteten“. Moderiert durch Dr. Justus H. Ulbricht.
16.02.2012, 15Uhr, Staatsschauspiel Dresden, Schauspielhaus
„13. Februar: Zerstörung und Dresden-Mythos, Vortrag mit Prof. K.-S. Rehberg
Der Soziologe Karl-Siegbert Rehberg, Gründungsprofessor des Instituts für Soziologie der Technischen Universität Dresden, spricht über den 13.Februar 1945, seine Auswirkungen auf das kollektive Bewusstsein der Stadt und die Mythologisierung dieses vielfältig deutbaren Datums. Der Vortrag findet als Einstimmung auf die Vorstellung von „Das steinerne Brautbett“ im Schauspielhaus statt.
16.02.2012, 19:30Uhr, , Staatsschauspiel Dresden, Schauspielhaus
„Das Steinerne Brautbett“, Theaterstück
Dresden 1956. In der jungen DDR findet ein internationaler Zahnarztkongress statt. Auch Norman Corinth aus den USA ist zu Gast. Er nicht das erste Mal in Deutschland: Als Bomberpilot war er am 13. Februar1945 an der Zerstörung Dresdens beteiligt und wurde dabei abgeschossen. Am Rande des Kongresses macht er sich an die Erkundung der Vergangenheit und trifft dabei auf lauter andere Versehrte. Mit der Eroberung Hellas, Dolmetscherin des Kongresses, wiederholt er dabei Angriff und Zerstörung Dresdens auf privater Ebene …Mit der Romanvorlage zur Inszenierung ist dem Niederländer Harry Mulisch 1959 kaum 30-jährig ein gänzlich unsentimentales Buch gelungen – nicht nur über die Bombardierung Dresdens, sondern über den Krieg allgemein.
16.02.2012, 19:30Uhr, Theater Wanne/ Stadtteilhaus Äußere Neustadt
„Offensiv deuten! Rechte Symbole im öffentlichen Raum“, Multimediavortag des Herbert-Wehner-Bildungswerks
Graffitis, Tags, Stencils – diese Zeichen gehören zum alltäglichen Straßenbild. Doch was sagen sie uns? Wer äußert sich da? Im Dschungel der Symbole wird Dechiffrierung immer schwieriger: Rechtsradikale übernehmen nicht nur Kleidung und Musik der Linken, sondern auch ihre Zeichen. Die Veranstaltung will anhand zahlreicher Beispiele für die neuesten Entwicklungen sensibilisieren und Vorschläge machen, um der Sprachlosigkeit etwas entgegen zu setzten. Es stellt vor und lädt zur Diskussion ein: Patrick Irmer(Sozialarbeiter).
16.02.2012, 16Uhr, Messe Dresden
„Kurt Vonnegut. Ein Überleben in Dresden – So geht das.“, Rundgang und Szenisches Schauspiel
Im Februar 1945 überlebte der amerikanische Autor Vonnegut im Schlachthof (heute Messe Dresden) als Kriegsgefangener die Bombardierung und verarbeitete seine Erlebnisse in dem Roman „Schlachthof 5“. Die Tour zeigt Orte des Romans, stellt Realität und Fiktion in den Kontext der Geschehnisse um den 13. Februar. Die Dresdner Schauspieler Michael Günther und Christin Wehner inszenieren eine dämonisch-lustige Fortführung. Der Romanautor interviewt seine Hauptfigur und setzt sich mit seinen traumatischen Erfahrungen auseinander.
17.02.2012, 16Uhr, Messe Dresden
„Kurt Vonnegut. Ein Überleben in Dresden – So geht das.“, Rundgang und Szenisches Schauspiel
18.02.2012, 22Uhr, scheune
Schwarzkaffee – Monsters of Funk, Konzert
Schwarzkaffee präsentieren ihr neues Album „in the machine“ . Sie singen, rappen und spielen mit solcher Leidenschaft und Freude, dass die Energie direkt in den heißen Tanzfuß übergeht! Die Monsters of Funk sind wieder auf Tour und schmettern in elfköpfiger XXL-Besetzung allen (Neo)Faschisten und Rassisten ein lauthalses „Nazi Funk You!“ entgegen.
19.02.2012, 21Uhr, scheune
Atari Teenage Riot, Konzert
In den 90ern kombinierten Atari Teenage Riot aggressive linksradikal-anarchistische Botschaften mit Techno-Musik und Punk. In veränderter Besetzung sind siewieder unterwegs, verschieben Termine in Asien und fliegen direkt aus Singapur ein, um ein besonderes Konzert in Dresden zu spielen.
19.02.2012, 11Uhr, Staatschauspiel Dresden, Schauspielhaus
Dresdner Rede – Andres Veiel: „Der Rechtsextremismus und das Verantwortungsvakuum“
Der Regisseur und Autor Andres Veiel beschäftigt sich in seinen Werken mit existenziellen Umbruchsituationen, wobei er häufig das Phänomen politischer Gewalt ins Zentrum rückt. Einem breiteren Publikum wurde er mit seinem Kinofilm „Black Box BRD“ (2001) über den Terror der RAF bekannt, für den er den Europäischen und den Deutschen Filmpreiserhielt. Für sein Sachbuch „Der Kick“, welches das Problem der rechten Gewalt unter Jugendlichen thematisiert, wurde er 2008 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet.
21.02.2012, 20Uuhr, Projekttheater Dresden,
„Sie wählen, wir spielen!“ Improtheater von und mit Freie Spielkultur
Sie sitzen das erste Mal in einer Improtheater-Show und haben keine Ahnung, was gleich passiert? Keine Sorge. Wir wissen es auch nicht. Es gibt keinen festen Text, keinen abgesprochenen Inhalt. Was wir spielen, geschieht spontan und immer aus der Situation heraus. Sie wählen Themen und Objekte –wir spielen und geben dabei alles: Charaktere, Szene, Geschichte, Dramatik. Freuen Sie sich auf Spannung, Spaß und befreiendes Lachen, gemeinsam mit Freie Spielkultur, dem Improvisations-Theater der bühne derTU Dresden!
24.02.2012, 20Uhr, Ortsamt Loschwitz
„Deutsche Glassiger – Balladen und Lieder der Lene Voigt“
Schlau und lustig wird es, wenn Herr Halb Huber und sein „Guudes Aldes Raadschoh“ (Radio) mit den Werken der sächsischen Mundart-Dichterin Lene Voigt vor ihr Publikum treten. Sie hat ja nicht nur „de Glassigger“ („Geede, Schillor, Scheegsbier“) aufs Wesentliche reduziert und ins Sächsische übersetzt. Nein: Auch „lauder gleenes Zeich zum Vordraachen“ hat Lene Voigt geschrieben – und ist damit, ohne es zu wollen, auch so manchem Mächtigen auf die Füße getreten.
26.02.2012, 11Uhr, Staatsschauspiel Dresden, Schauspielhaus
Dresdner Rede – Ingo Schulze: „Sich selbst wieder ernst nehmen – über marktkonforme Demokratie und andere Ungeheuerlichkeiten“
Der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller Ingo Schulzebefasst sich in seinem Werk zumeist mit der jüngsten deutschen Geschichte und der schwierigen Suche nach einer gesamtdeutschen Identität und Herkunft. Sein Roman „Adam und Evelyn“, der 2008 für den Deutschen Buchpreis nominiert war und 2009 im Staatsschauspiel Dresden uraufgeführt wurde, greift diese Thematik auf.
27.-29.02.2012, Galli Theater und Trainingszentrum
„Jeder Mensch ein Künstler“, Performanceworkshop zum Thema „Zwischen Demokratie und Diktatur“, mit Dirk Lehmann
Der Workshop richtet sich an Menschen, die Lust haben, sich mit dem Thema „Zwischen Demokratie und Diktatur“ auf künstlerischer Ebene auseinanderzusetzen. Die Performance bietet sich hervorragend an, um politische Themen oder Standpunkte zu kommunizieren. Ziel ist, eine Gruppenperformance zu erarbeiten, die im Anschluss öffentlich gezeigt wird. Was kann der Einzelne tun? Ist Demokratie die perfekte Regierungsform oder nur das kleinstmögliche Übel? Gilt Meinungsfreiheit auch für Extremisten? Etc., etc….
28.02.2012, 21Uhr, Jazzclub Tonne
xxx+jam_explosion – Duo mKono, Konzert
Im Rahmen der monatlichen Session-Reihe xxx+jam_explosion im Jazzclub Tonne sind die beiden Musiker André Obermüller und Jan Bartholdt als Duo mKono auf der Suche nach ihrem ganz eigenen Ausdruck für ein Gedenken an die Bombennächte des 13. Februar. Dabei schöpfen sie aus ihrem reichhaltigen Erfahrungsschatz und formen mittels Gitarre, Schlagzeug und elektronischen Zusätzen spannungs-geladene akustische Bilder.
29.02.2012, 18Uhr, Brücke/Most-Stiftung
„…aber die Roma sind wirklich schwierig – Antiziganismus in Tschechien und Deutschland“, Vortrag und Zeitzeugengespräch
Antiziganismus ist in Tschechien ein alltägliches Phänomen. Die Akteure sind nicht nur Neonazis, auch „normale“ Bürger greifen ihre Nachbarn immer wieder und nicht nur verbal an. Eine Diskussion soll den dortigen Roma die Möglichkeit geben, Ausschluss und Gewalt aus ihrer Sicht zu schildern, ein Workshop wird über soziale Mechanismen, die zur Exklusion bestimmter Teile der Gesellschaft führen, aufklären. Es diskutieren: Zdenek Eisner, Apostolische Kirche, Varnsdorf, und Miroslav Bohdálek, Freiberufler im Bereich politische Bildung.
03.03.2012, 18 Uhr, Projekttheater
Abschlusspräsentation zu „Jeder Mensch ein Künstler“, Performanceworkshop zum Thema „Zwischen Demokratie und Diktatur“, mit Dirk Lehmann und Musik mKono
04.03.2012, 11Uhr, Staatschauspiel Dresden, Schauspielhaus
Dresdner Rede – Ines Geipel: „Jeder schweigt von etwas anderem. Deutsche Gewaltimplantate nach 1989“
Die Romanautorin und Lyrikerin Ines Geipel setzt sich seit Jahren mit den Themen Menschenwürde und Meinungsfreiheit auseinander. 2004 erschien ihre vielbesprochene literarische Dokumentation „Für heute reicht’s. Amok in Erfurt“ über das Schulmassaker in Thüringen. Daneben engagiert sich die ehemalige Spitzensportlerin für die Aufarbeitung des Zwangsdoping-Systems im DDR-Sport und tritt für die Rehabilitierung von in der DDR unterdrückter Literatur ein. 2011 wurde sie für ihr Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Im März erscheint ihr neues Buch „Der Amok-Komplex oder Die Schule des Tötens“ in dem sie unter anderem auf die Mordserie der sogenannten „Zwickauer Zelle“ Bezug nimmt.
05.03.2012, 18Uhr, Gedenkstätte Münchner Platz
„Der Dresdner Juristenprozess 1947 – Ein Skandal?“, Vortrag von Schülern des Erlwein-Gymnasiums Dresden
Schülerinnen und Schüler des Erlwein-Gymnasiums haben sich mit dem Dresdner Juristenprozess von 1947 auseinandergesetzt, dessen ursprüngliches Ziel die Bestrafung von Nazijuristen war. Bemerkenswert war aber vor allem der durch die SED um den Prozessinszenierte Skandal, der den jüdischen Rechtsanwalt Dr. Fritz Glaser an den Pranger stellte und seine Existenz ruinierte. Rechtsstaatlichkeit war nicht erwünscht und letztlich verstarb der herausragende (und von Otto Dix 1925 porträtierte) Kunstmäzen verarmt und isoliert.
26.03.2012, 20Uhr, Städtische Bibliotheken, Haupt- und Musikbibliothek
„Das Mädchen“, Roman von Angelika Klüssendorf, Lesung
Das Kind, das im Zentrum dieses Adoleszenzromans steht, kommt aus einem kalten, gewalttätigen und „asozialen“ Milieu und wird schließlich in ein Spezialkinderheim zur „Umerziehung fehlentwickelter junger Menschen“ eingewiesen. Sie verbringt die größte Zeit ihres Lebens in dieser Einrichtung und lernt die DDR aus dieser Perspektive kennen. Außerihrem Lebenswillen und einer fast lakonischen Sicht auf das sie Umgebende bleibt der Heranwachsenden nicht viel, an dem es Halt findet.
13.-15.1.2012 20 Uhr, Projekttheater
„Wählt Wehner“, Dokumentarisches Theater
Zwischen Geschichtsvermittlung, Doku-Drama und Unterhaltungsshow inszeniert das Theaterkollektiv theatrale subversion ein spannendes Stück deutscher Geschichte mit Humor und Tiefgang. Anhand der Biografie von Herbert Wehner werden Ereignisse des20. Jahrhunderts und deren mediale Vermittlung „durchgespielt“. Fernab ideologischer Verhärtungen und Belehrungen wagen die Darsteller einen Spiegelblick in die Vergangenheit, um sich politischer Lebenswirklichkeit in Zeiten des medienwirksamen Scheins zu nähern.
20.01.2012 10-18 Uhr, Goethe-Institut Dresden, veranstaltet durch die Heinrich-Böll-Stiftung
„Sachsens Demokratie“ , Tagung zu Demokratischer Kultur, Erinnerungskultur, Medienlandschaft und Überwachungspolitik in Sachsen
Gibt es eine speziell sächsische Demokratie? Nach dem Vorgehen der Polizei während der Demonstrationen gegen den Nazi-Aufmarsch am 19. Februar 2011 und nach dem Bekanntwerden umfangreicher Handyüberwachungen und weiterer fragwürdiger Praktiken war das Stichwort »Sächsische Demokratie« wiederholt in den Medien zu vernehmen. Diese Tagung fragt, wie es um demokratische Kultur und demokratische Grundrechte in Sachsen bestellt ist und ob und inwiefern sich der Freistaat von anderen Bundesländern unterscheidet.
25.01.2012, 19Uhr, Volkshaus Schützenplatz 14 Dresden
„Fluchtpunkt Israel“, Theaterstück, DGB-Jugend und Netzwerk für Demokratie und Courage
Im Februar 1942 sank das Schiff „Struma“ mit 769jüdischen Flüchtlingen an Bord im Schwarzen Meer. Die Passagiere wollten Nazi-Europa den Rücken kehren und nach Palästina auswandern. Doch politische Bedenken der Engländer und Türken sowie ein nicht-funktionierender Motor hielten das Schiff über zwei Monate in Istanbul auf. Die Passagiere wurden nie an Land gelassen. Letztlich schleppte das türkische Militär die „Struma“ zurück aufs Meer, wo sie – wahrscheinlich von einem sowjetischen U-Boot – versenkt wurde. Ein ungewöhnliches Theaterstück über einen Juden auf der Suche nach religiöser Identität, über Flucht und über die Weltpolitik, die vor dem Leid der Juden lange die Augen verschlossen hat.
26.01.2012, 10Uhr, tjg. schauspiel, Studiobühne
„Ferne Fremde Liebe“, Theaterstück, Koproduktion des tjg. theater junge generation mit dem BRAGETEATRET Drammen (Norwegen)
Ninas Urgroßmutter Ruth liegt im Sterben und erinnert sich an ihre Heimat und ihr Leben in Norwegen, damals während Krieges. Sie war eine jung und verliebte sich in den deutschen Soldaten Werner. Ruth gab ihm ein Versprechen und traf eine Entscheidung, die ihr Leben veränderte. Auch Nina hat etwas versprochen. Sie muss zu Moreno. „Du wirst nicht kommen“, hatte der ihr gesagt. Will sie kommen? Ihrer Mutter kann sie das nicht erklären. Ihre Mutter weiß nicht, dass Moreno kein deutscher Junge ist ...
27.01.2012, 19:30, tjg. schauspiel, Studiobühne
„Ferne Fremde Liebe“, Theaterstück, Koproduktion des tjg. theater junge generation mit dem BRAGETEATRET Drammen (Norwegen)
27.01.2012,150Uhr, tjg. theaterakademie, Studiobühne
Schülerprojekt „Fremde“
Kunst trifft Politik –Ein Projekt des tjg. theater junge generation zum Thema „Fremde“ In zwei Projektwochen wird das Thema „Fremde“ ausunterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. In der ersten Woche ist der Ausgangspunkt ein Besuch der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein. In Performance- und Videoworkshops werden anschließend Eindrücke künstlerisch gebündelt. In Woche zwei wird das Thema aus einem heutigen Blickwinkel betrachtet: Die Jugendlichen der Laborschule arbeiten dabei mit Künstlern und politischen Bildnern. Am Ende jeder Projektwoche steht eine Präsentation, die der Öffentlichkeit zugänglich ist. Im Rahmen des Forschungsbereiches »Gemeinsame Arbeitsfelder kultureller und politischer Bildung« der tjg. theaterakademie wird in jeder Spielzeit in Kooperation mit Schulen ein Projekt entwickelt und durchgeführt – dieses Mal mit Schülern der Gorbitzer Laborschule und der 76. Mittelschule.
27.01.2012, 19Uhr, Gedenkstätte Münchner Platz
„Braune Karrieren – Dresden und seine Täter im Nationalsozialismus“, Buchvorstellung
Dresden war – mit Blick auf den 13. Februar 1945 –nicht nur „Stadt der Opfer“, sondern auch eine Stadt, inder Täter und Helfer ihr Werk verrichteten. Ein Sammelband stellt jetzt nicht nur die SA-, SS- und Gestapo-Leute vor, sondern auch Repräsentanten von Justiz, Medizin, Wirtschaft, Kirche, Wissenschaft und Kunst. Den Wegen und Motiven der Schuldigen nachzuspüren, ist das Anliegen dieses Buches. Die Publikation wird heute von ihren Herausgebern Christine Pieper und Mike Schmeitzner erstmals dem Publikum vorgestellt.
27.01.2012, 19Uhr, Städtische Bibliotheken, Bibliothek Südvorstadt
„Schlüsselbund“ Roman von Sabine Lange, Lesung
Im Mittelpunkt von Langes (in Teilen autobiographischer) Liebesgeschichte stehen die Archivarin Hanna, die in der DDR den Nachlass von Hans Fallada betreut, und John, ein junger und so ungestümer wie provokanter Literaturwissenschaftler aus den USA, der in ihrem Archiv in der mecklenburgischen Provinzforscht. Die Liebesbeziehung der ungleichen Geistesverwandten gerät sehr bald ins Visier der Staatssicherheit …„Sabine Lange schildert auf originäre Weise, was das DDR-Regime als Zersetzung fürchtet. Nicht als ideologische Floskel, sondern als realen Vorgang des Bewusstwerdens von Denkalternativen.“ (Detlef Stapf, Nordkurier).
29.01.2012, 16Uhr, Staatsschauspiel Dresden, Schauspielhaus
„Dresden, Hamburg, Halberstadt – Über Mythen und Wahrheiten des Bombenkriegs“, Podiumsdiskussion
Die Bombardierung Dresdens: Kein anderer Luftangriff in Deutschland wird so emotionsgeladen wahrgenommen und, vor allem von Neonazis, derart instrumentalisiert. Wie kommt es zu dieser Sonderstellung? Ist sie berechtigt? Wie gehen andere Städte mit einem solchen Erbe um? Und: Wenn Nazis marschieren, Bürger protestieren und Polizisten Handydaten ausspähen – wird das Gedenken dann zum Testfall für die Demokratie? Ein Abend mit u. a. Wibke Bruhns (Autorin), Matthias Neutzner (Historiker) und Thomas Rosenlöcher (Autor) und Malte Thießen (Juniorprofessor für Geschichte). Moderation: Thomas Bille (mdr figaro).
Ein mdr-figaro-Café in Kooperation mit der Zeit und dem Staatsschauspiel Dresden. Die Diskussion wird live im Hörfunk übertragen.
30.01.2012, 19Uhr, Evangelische Hochschule Dresden
„Gestern war auch ein Tag – Weiße Zigeuner“ Ausstellungseröffnung Fotografien von Anja Schneider
Für die Fotografin Anja Schneider hat die Fotografie als „fixierendes“ Bildmedium einen besonderen Stellenwert. Dinge unverändert zu lassen, flüchtige Augenblicke festzuhalten und für immer aufzubewahren, in einer Welt der verschwindenden Sicherheiten als einzig bleibende Erinnerung unserer Existenz stehen im Mittelpunkt ihrer Arbeiten. Fotografien zu dem Buch „Fuchserde“ von Thomas Sautner, Auszüge liest Peter Schwill und Zigeunermusik mit Daniel Gabriel Jagieniank.
01.02.2012, 20Uhr, Staatsschauspiel Dresden, Kleines Haus
Eröffnungsveranstaltung des „Forum 13. Februar“
Das Forum und seine Kooperationspartner stellen sich und ausgesuchte Veranstaltungen zum diesjährigen Thema „Der Mensch zwischen Diktatur und Demokratie“ vor. Unter anderem werden Szenen aus Theaterstücken, Kurzvorträge, Redebeiträge und Musik zu erleben sein. Umrahmt wird der abwechslungsreiche erste Teil von. Im zweite Teil, wird Ihnen zum Ausklang des Abends das Boris Kosuchin Orchester, ein bunt gemischten Profi- und Laien-Orchester, Swing, Latin, Big BandSound und osteuropäische Folklore zu Gehör bringen.